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Das Sterben der Anderen.

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Wir sind länger tot als lebendig auf dieser Erde.
Eine Aussage, die wohl bedenkenlos unterschrieben werden kann.
Wir richten uns zu Lebzeiten auf dem Globus oder in seiner nahen Umgebung ein.
Für das Leben „danach“ oder den Tod nach dem Leben treffen wir in der Regel keine Vorsorge. Warum auch? Wir wissen nicht, was wir benötigen, ob wir etwas benötigen.
Wir sind länger tot als lebendig.

Das Sterben der Anderen.
Das Sterben der Anderen.

Das letzte Wochenende ließ mal schon einige zaghafte Andeutungen raus, was uns im nahenden Herbst und dem darauffolgenden Winter bevorstehen wird. Kalt war’s, nass, einfach nur ungemütlich. Mit ein paar Auflockerungen zwischendurch.
Kein Wetter für Menschen im Grenzbereich von Gesund und Altersschwach.
Der Mensch wächst durchaus in großen Toleranzen auf, aber es kann auch ganz schnell gehen. Wie bei Omi Schultz*.
Über Nacht hat sie Lebwohl gesagt. Niemand in der Nähe. Niemand, der ihr die Hand gehalten hat. Sie ist allein gegangen. Erst heute früh haben wir die Familie erreicht.

Tochter und Sohn müssen mit der beginnenden Woche auf Arbeit erscheinen, die Enkel wohnen weit weg. Omi Schultz ist bei uns gut aufgehoben. Wir kümmern uns, bis die Lebenden ihren Plan auf dieser Erde umgestellt haben.
An das Sterben der Anderen.

©casus. 2013
Foto: casus (am Elster-Saale-Kanal, gestern 3. Nov. 2013)

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